Interview mit Herrin Shane
Könnten Sie sich selbst vorstellen?
Ich verfüge über mehr als 15 Jahre Erfahrung als professionelle Herrin, angefangen habe Ich in New York, Meinem Geburtsort. Vor etwa zehn Jahre kam Ich nach Europa und ließ Mich in Belgien nieder wo Ich Mein erstes eigenes Studio in Antwerpen hatte. In diesem Jahr eröffnende Ich ein neues Studio in Aartselaar, einer kleinen Stadt in der Nähe von Antwerpen und Brüssel.
SM ist ein Teil Meines Lebens. Als Ich jung war hatte Ich Freunde mit einem bestimmten Fetish. Sie sahen schon, daß Ich dominant war, bevor Ich es selber wußte. Mein Interesse für SM kam durch ein paar Ereignisse. Ich gebe ihnen zwei Beispiele. Als 18-Jährige arbeitete Ich in einem Schuhgeschäft. Eines Tages kam ein Busfahrer, der nach dem größten Paar Pumps fragte. Als er sie anzog sah Ich, daß er Strumpfhosen trug. Er hat die Schuhe gekauft. Ich denke daß er gelöst war, weil Ich so reagiert hatte.
Ein Jahr später fragte Mich ein freund, der Theaterimprovisation studierte, auf ihm zu laufen. Jeder in der Klasse hatte so zu tun als wäre er oder sie ein Möbelstück. Man hatte ihm die Rolle des Bodes gegeben, was der Grund für seine Frage war. Ich machte es. Später hat er Mir erzählt, daß Ich eine der wenige Personen war, die ihm wirklich das Gefühl gab, ein Stück Boden zu sein. Dies waren Meine ersten Erfahrungen mit der Welt des BDSM.
Am Anfang Meiner professionellen Karriere wurde Mir klar, daß Ich Meinen Platz gefunden hatte.
Eine amerikaniche Mistress in Belgien. Was war für Sie die schwierigste Umstellung, sofern es SM betrifft?
Ich fühle Mich nicht mehr als Amerikanerin. Ich habe hier Meine Freunde und Mein soziales Umfeld. Am Anfang gab es kaum einen deutlichen Unterschied zwischen BDSM und Sex in Belgien. Manche Dominas hatten Sex mit Ihren Gästen und diese empfanden das als normal. Jetzt verstehen sie den Unterschied zwischen SM und Sex. Bei BDSM geht es nicht um den billigen sexuellen Kick, es geht mehr um den Geist. Ich habe keine Probleme mit Prostitution an sich, aber was Mich betrifft, gibt es keinerlei sexuellen Kontakt in einer Session. Gewisse Meisterinnen gestatten es noch immer. Ich blicke nicht auf sie herab. Es ist nur nicht Meine Art SM.
Sie können sowohl hart als auch soft sein. Aber ich habe den Eindruck, daß Ihnen mehr an hartem SM liegt. Was macht es für Sie interessant, einen Sklaven seine Grenzen überschreiten zu lassen?
Die Leute erlauben Mir hart zu ihnen zu sein, sie an und über ihre Grenzen zu führen. Für Mich ist es wie eine Ehre dies zu beantworten. Es hängt davon ab, was der Sklave sucht. Es braucht ein beiderseitiges Einvernehmen. Ich will niemandem Schmerzen zuführen, der hierzu nicht bereit ist. Heute versuche Ich mehr physisch zu bestraffen, zum Beispiel durch Ohrfeigen und Fußtritte. Das ist auch für Mich eine neue Entwickelung.
Sie haben ein neues Studio eröffnet. Gibt es eine Philosophie in der Weise wie sie es eingerichtet haben?
Aartselaar ist ein Ort in der Nähe der Metropole Antwerpen. Mein Studio liegt sehr diskret. Das Erdgeschoß ist traditionell eingerichtet mit einem Kreuz, einer Strafbank, zwei Käfigen und Meinem Thron.
Der erste Stock ist moderner. Hier gibt es unter anderem einen speziellen Platz für NS-Spiele und einen von allen Seiten einsehbarer Käfig. Ich kaufe noch immer Spielsachen. Auch draußen gibt es Möglichkeiten. Die Philosophie? Ich brauche ein nettes, sauberes Studio, in dem sich Besucher wohlfühlen können. Ich will nicht das beste, luxuriöseste Studio haben. Niemand kann alles haben.
Sie haben mit vielen anderen Herrinnen gearbeitet, als Sie noch in Antwerpen wohnten. Werden Sie das fortsetzen?
Ja, Ich werde wieder mit Herrin Chelsea aus Amsterdam, Herrin Jay aus Gent, Herrin Morticia aus Mechelen und mit Herrin Charlotte aus Hannover arbeiten. Meistens kann man bei der Arbeit mit anderen Herrinen von einander lernen, sie genauso wie Ich. Das gute wie das schlechte - und das witzige. Wenn man immer allein arbeitet vergißt man leicht, wo man steht.
Die Herrinnen, mit denen Ich arbeite, sind in Meinen Augen keine Konkurrentinnen. Konkurrenz zwischen Herrinnen liegt manchmal an ihren Gästen. Wenn ein Besucher erst zu einer Herrin geht, später zu einer andern und dort über die erst spricht, kann schnell Eifersucht aufkommen.
Sie müssen eine Reihe treuer Gäste haben, die schon seit Jahren kommen. Wie stellen Sie sicher, daß es für beide, Herrin und Sklaven aufregend und interessant bleibt?
Nachdem Ich Mein Studio verkauft hatte, hatte Ich die Absicht für immer nach NY zurück zu kehren. Die Tatsache, daß Ich so viele treue Besucher habe, war ein wichtiger Grund schließlich hier zu bleiben. Es hängt davon ab, was der Besucher wünscht, damit es interessant bleibt. Wenn ein Besucher mit einer neuen Idee kommt, die Mir sympathisch ist, baue Ich sie in die Session mit ein. Manchmal gibt es die Möglichkeit, eine Sklavin in die Session "einzubinden". Aber Ich habe auch Besucher, die immer und immer wieder das gleiche Spiel wollen. Ihre Fantasie ist total auf einen Punkt gerichtet. Ich verstehe.
Meistens hat es mit einer speziellen Erfahrung in ihrer Kindheit zu tun. Solch eine Session dauert nicht so lang. Ich persönlich ziehe länger dauernde Sessions vor, wo Ich Mich nicht zu beeilen brauche. Einige treue Gäste sehe Ich einmal im Jahr, andere alle zehn Tage. Mir ist die Person wichtiger, als die Art und Weise der Session. Ich kann nicht jeden als treuen Gast gewinnen. Ich kann nicht alle zufriedenstellen. Was Leute nicht von mir erwarten können sind Baby-Spiele, KV, bleibende Schäden und, jedenfalls nicht in Meinem eigenem Studio, authentische Klinikspiele. Baby-Spiele sind oft mit sexuellen Erfahrungen der Kindheit verknüpft. Ich finde sie zu schwierig richtig umzusetzen.
Was war der merkwürdigste Wunsch einer Session, den Sie je hatten?
Das ist eine zu schwierige Frage um sie umfassend zu beantworten. Ich finde Wünsche nicht schnell fremd. Aber, wenn sie etwas hören wollen. Eines Tages hatte Ich einen arabischen Scheich der wollte, daß Ich seine Kleider anzog. Er hat Meine angezogen. Ist das fremd genug?
Möchten Sie als Abschluß noch etwas sagen?
SM ist keine einfache Sache. Nicht jeder kann diese Arbeit machen. Herrinnen verdienen mehr Respekt. Wir helfen vielen Menschen indem wir ihnen Kraft geben. Persönlich habe Ich gelernt, mehr an Mich zu denken. Als Herrin gibt man viel von sich, manchmal zu viel. Ich finde gerade ein Gleichgewicht zwischen geben und nehmen.
Manche Sklaven erwarten während der ganzen Session bestimmte Handlungen. Am Ende werden sie zum Master.
Ich suche auch nicht nach Sklaven, die permanent etwas falsch machen, nur um bestraft zu werden.